7. KIM versöhnt sich mit AIDA und baut die Brücke


Wir nehmen den Krisenmodus mit einem offenen Herzen und der Überzeugung an, dass wir als Menschen immer wachsen können. Wachsen innerhalb der planetaren Grenzen, als Wesen auch nach Abschluss des biologischen Wachstumsprozesses, weil wir viel komplexer sind als das was der Körper schon als Komplexität bietet. Das Nervensystem verbindet den Körper und die unendlich komplexen Gehirnfunktionen. Genau hier liegt das Wachstum von Innen. Heute kennen wir diese Funktionsweise nur rudimentär. Ich weiss, aber aus eigener Erfahrung und aus Beobachtungen bei anderen Menschen, dass diese Selbstführung von Innen heraus existiert. Es gilt deshalb das was die Resilienz-Forschung und die Philosophen schon etwas länger sagen anzunehmen, die Angst abzulegen und KIM zu vertrauen. Das will heissen, dass wir der Fähigkeit sich entwickeln zu können vertrauen, die Angst die Gewohnheit zu verlassen bewusst machen, um neue Kompetenzen anzunehmen und zu verinnerlichen. Sich in ein solches integres Leben zu initiieren, wie es die Urvölker dieses Planeten bereits gemacht haben und daraus aus einer inneren Haltung heraus dem Menschen das Wohlwollen geben, dass er*sie verdient hat. Im Wort Würde sowie in den verbrieften Menschen- und Kindsrechten sind diese Gedanken seit Jahrzehnten festgeschrieben. Auf dieser Basis kommen wir in eine Haltung, die ein regenerativer Kapitalismus möglich macht.

 

Verkaufen, um Umsatz zu erzielen, war der heilige Gral im System vor der grossen Krise. Was braucht das Unternehmen? Einnahmen. Das wird auch nach der Krise noch so sein. Die Frage ist zu welchem Zweck. Schon wieder der Zweck. Genau. Hier kommt KIM ins Spiel. Wenn sich neue Kompetenzen, die Integrität und das Wohlwollen dem Potenzial des Menschen gegenüber durchsetzt, kann sich KIM mit dem Verkaufen für den höheren Zweck zu Gunsten eines gesellschaftlich, ökologisch und/oder ökonomisch sinnvollen Zweck - eben einem höheren Zweck als ein Ego es für sich alleine nehmen kann - mit AIDA versöhnen. Bei AIDA geht es um Aufmerksamkeit, Interesse, Wunsch (Desire) und Aktion. Steht konsequent ein höherer Zweck im Fokus, der eine relevante Menschengruppe von einem konkreten Mangel in die Fülle führt, wird es Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn gut gemacht Interesse wecken, den Wunsch auf Kontakt auslösen und die Aktion einen Kaufabschluss zu machen, fühlt sich sinnvoll an. Deshalb geht es bei nachhaltigen und regenerativen Geschäftsmodellen primär um die Frage nach dem Zweck und der Sprache, die beim Zielpublikum verstanden wird. Organisationen und die Menschen darin müssen sich primär um diese Frage kümmern. Das aber radikal und ohne Abstriche. Die Banken sind speziell gefordert. Unternehmen, die diese Hausaufgaben nicht gemacht haben, sollten keine Finanzierung mehr bekommen und libertäre Weltherrschaftsfantasien verursachen mehr Nebenkosten und Stress im System als das sie KIM und AIDA wirklich etwas nützen. Nutzen Männer ihre Männlichkeit für die gute Seite des Kriegers werden sie ihre Kim oder Aida auch weiterhin beschützen können. Dies jedoch auf eine Art, dass Frauen gleichwertig mit Männern Seite an Seite ihr volles Potenzial entfalten. Dann können wir in Fülle leben. Und diejenigen, die mehr leisten können und wollen, bekommen diese Chance weiterhin, aber nicht zu lasten anderer, sondern, um andere in ihren Kompetenzen, ihrer Integrität und ihrem Wohlwollen zu bestärken, damit AIDA sich für ein Kollektiv als Organisation, Region oder Nation wirken kann. Dabei beginnt das Ganze konsequent Bottom-up. Es startet beim Mensch, dem Umfeld, der Firma und damit der Region. Erst wenn es dort funktioniert, werden sich systemische Effekte darüber hinaus zeigen können. Denn KIM und AIDA wirken dort wo es zählt, aber nicht gesamthaft. Denn ein nachhaltig und regeneratives Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell kann sich nur vom Kleinen ins Grosse stabil Etablieren. Wird dieses Fundament in gewissen Regionen gelegt, kann die Politik ab einem gewissen Punkt regulierend resp. fördernd aktiv werden, wie ich es im SECO Weissbuch zur Regionalentwicklung 2024-2031 fordere. Gehen wir diesen Weg müssen wir uns keine Sorge mehr um Balance machen. 

 

Ist es eine Utopie? Nein, es ist eine Einladung, den Lebensweg mit Arbeit von innen heraus Schritt für Schritt zu einer stabilen Veränderung zu gehen. Denn nur Schritt für Schritt hat die Menschheit seit jeher Veränderung vorangetrieben. Im Gegensatz zu früher haben wir diesmal keine ganze oder gar mehrere Generationen Zeit für eine radikale Veränderung, um den Ressourcenverbrauch von 3 auf 1 Planet zu reduzieren. Deshalb braucht es eine Macher*innen-Bewegung, die viele unterschiedliche Dinge grundsätzlich anders anpacken, um den Teil des Systems, der in der Gewohnheit feststeckt, herausfordern zu können. Denn eine Umwälzung, wie sie gewisse eher radikale Kreise sehen, wird nicht funktionieren, weil sie wie eine Pandemie zu hohe Kosten verursacht. Es braucht keine digitale, sondern eine menschliche Transformation, die mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen sinnvoll umgeht. Im zweiten Kapitel betrachte ich das MACHEN näher.