Kapitel 2: Machen näher betrachten

In dieser Text-Serie werde ich im 2020 relevante Hürden vom Wollen ins Machen betrachten. Viele Probleme im ländlichen Raum und generell bei der Reise zu einem MACHEN, das einem höheren, ganzheitlichen Zweck dient, können auf persönliche Limitationen zurückgeführt werden. Denn einst hat das Land genauso neben der Stadt geblüht. Heute ziehen jedoch primär sogenannte Megacities sämtliche Ressourcen und Potenziale an. Vielfach waren es kollektive Traumas aus wirtschaftlichen oder natürlichen Entwicklungen, die die Abwärtsspirale auf dem Land in Gang gesetzt haben. Deshalb ist es aber auch so, dass die Menschen auf dem Land speziell motiviert sind etwas zu MACHEN.


Macht: Die dunkle braucht die helle Seite und umgekehrt

Im Teil 2 des Schönwetter- und Entwicklungskapitel im ersten Kapital meines Blogs nutzte ich bereits das Bild von Otto Scharmer, dass beide Seiten wunderbar zusammenbringt. Scharmer hat weltweit im Kontext der systemischen Betrachtung von Wirklichkeit und Organisationen resp. Gemeinschaft eine sehr starke Bewegung initiiert. Sein Förderer am MIT war Prof. Dr. Peter M. Senge, der die lernende Organisation über 30 Jahren erforscht hat, um die fünf Prinzipien auf dem Weg zur bedeutenden fünften Disziplin - das Systemische - hervorzubringen. Was hat das Bild von Star Wars mit der Realität zu tun? Können wir frei von Macht sein?

Bildquelle: Otto Scharmer, MIT Senior Lecturer, 2020
Bildquelle: Otto Scharmer, MIT Senior Lecturer, 2020

Sinn: Solange ein Mensch am Sinn herumdoktert, ist er*sie nicht bereit fürs Machen

Nach der grossen Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Sinnfrage Hochkonjunktur. Auch mich hat es ab 2012/13 erwischt und ich habe mir Gedanken zum sinnhaften Wirtschaften gemacht und fast 200 Buchseiten dazu geschrieben, mit Verlagen gesprochen und kurz vor der Abgabe hat mich mein Schicksal eingeholt. In der ersten kleinen Krise habe ich meine Analyse zu Dilemattas und möglichen Wegen noch vertieft. In der zweiten, tieferen Krise wurde mir klar, dass das Schreiben und Reflektieren mich nur ablenkt. Im Tal der Tränen kam die Wende. Über die positive Seite stabilisierte ich mich, begann an meinen Werten zu arbeiten und tauchte dann in die negative Seite ab. Was habe ich daraus gelernt?

Bildquelle: Unsplash
Bildquelle: Unsplash

Führen: Mehr und nicht weniger Führung braucht der Mensch

Selbstführung ist gefragt. Wir werden als Subjekt geboren und zu einem Objekt gemacht, habe ich erstmals mit 37 Jahren als Satz gehört. In diesem Moment hat die machende Kraft gezündet. Denn wer will schon bewusst ein Objekt sein. Macher*in kann und soll nicht jeder sein, aber diejenigen, die es sein können, sollen es ausleben. Seit die Neuroplastizität beschrieben wurde und damit klar war, dass wir Menschen uns jederzeit verändern können, hat das Wort Potenzial Hochkonjunktur. Dies ist richtig und wichtig. Es gilt die Schöpferkraft im Menschen zu aktivieren, um die grösste Aufgabe der Menschheit - den Klimawandel - zu reduzieren. Jede Generation und jeder Mensch hat sich zu Fragen, führe ich mich adäquat? Sind mir meine Muster bewusst? Sind sie in der Firma auf dem Tisch? Wie kann Führung zu etwas durchwegs Positivem werden?

Foto Tagblatt Medien // Im Coworking ist Selbstführung gelebter Alltag. Hier Remo im Bild aus dem Artikel "Revolution der Arbeit"
Foto Tagblatt Medien // Im Coworking ist Selbstführung gelebter Alltag. Hier Remo im Bild aus dem Artikel "Revolution der Arbeit"

Pause: Vollgas für meine Sache machen, führt geradewegs in den Abgrund

Dieser Text kommt passend zur Sommerpause. Er wird sich um die Pflege der Quelle der Schöpferenergie und das Setzen von Grenzen drehen. Auch sind konkrete Tools und Empfehlungen zu erwarten, denn Reflexion ist stärker als Aktion.

Foto von Thomas Ghelfi // Art of Hosting Werkstattseminar Reflexion zu dritt (Scribbler*in, Fragensteller*in und Erzähler*in)
Foto von Thomas Ghelfi // Art of Hosting Werkstattseminar Reflexion zu dritt (Scribbler*in, Fragensteller*in und Erzähler*in)

Verantwortung: Mündigkeit kennen wir, aber ist das bei Verantwortung auch so?

Verantwortung ist eine grosse Aufgabe. Handle ich verantwortlich, wenn ich eine Nacht durcharbeite? Wie und weshalb spüre ich ob der Körper an die Grenzen kommt? Es wird um die Wissenschaft der Selbstheilung, den Fokus und die Gestaltung von Lebenszeit gehen. Sowie die Konsequenz auf den Arbeitsmarkt und wie ich die gerade passende Rolle als Moderator*in meiner Beziehungen, Projekte, Aktionen und Gruppen einnehme.

Foto Thomas Ghelfi // Vier-Kreis-Praxis am Art of Hosting Werkstattseminar
Foto Thomas Ghelfi // Vier-Kreis-Praxis am Art of Hosting Werkstattseminar

Netzwerke bilden sich natürlich, wenn das Vitale und Lebendige im Fokus ist

Was ist mit vital gemeint? und wie kann das Lebendige gestärkt und im Fokus sein, wenn ein materielles Ziel zu erreichen ist? Und wie kommen diese beiden Dinge zusammen, um Netzwerke zu bilden, die mehr sind als purer Zeitvertreib.

Foto Unsplash // Netzwerke spinnen sich im Raum von und zwischen Menschen
Foto Unsplash // Netzwerke spinnen sich im Raum von und zwischen Menschen

Entwicklung beginnt beim Mensch

Bereits in den 1960er-Jahren hat Bronfenbrenner die Entwicklung beschrieben und später hat sich die Ich-Entwicklung als Disziplin herausgearbeitet. Verstehen wir Entwicklung als etwas das von Aussen auf uns wirkt, haben wir diese Disziplin nicht verstanden. Wie übertragen wir diese Entwicklung nach Abschluss der biologischen Entwicklung in eine Praxis, die mir, meinem Umfeld und der Gemeinschaft dient?

Foto Thomas Ghelfi // Chaordic Stepping Stones als Prozessdesign zwischen Chaos und Ordnung bringt Entwicklung ins System für Mensch und das Kollektiv
Foto Thomas Ghelfi // Chaordic Stepping Stones als Prozessdesign zwischen Chaos und Ordnung bringt Entwicklung ins System für Mensch und das Kollektiv