Bildquelle: Unsplash
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Sinn: Solange ein Mensch am Sinn herumdoktert, ist er*sie nicht bereit fürs Machen.

 

Nach der grossen Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Sinnfrage wieder Hochkonjunktur. Auch mich hat es ab 2012/13 erwischt und ich habe mir Gedanken zum sinnhaften Wirtschaften gemacht und fast 200 Buchseiten dazu geschrieben, mit Verlagen gesprochen und kurz vor der Abgabe hat mich mein Schicksal eingeholt. In der ersten kleinen Krise habe ich meine Analyse zu Dilemattas und möglichen Wegen noch vertieft. In der zweiten, tieferen Krise wurde mir klar, dass das Schreiben und Reflektieren mich nur ablenkt. Im Tal der Tränen kam die Wende. Über die positive Seite stabilisierte ich mich, begann an meinen Werten zu arbeiten und tauchte dann in die negative Seite ab. Was habe ich daraus gelernt?

 

Ich kam gerade im Melchtal hoch oben ob Kerns im Kanton Obwalden an. Ein Camp von Mankind. Eine Form von Initiierung. Es kam mir vor wie eine Musterung, die ich sehr gut kannte. Ein Training für neue Krieger (New Warrior Adventure Training). Es war der Moment als ich das Coaching und Training bisher - das eher kopflastig geprägt war - gänzlich anders anging. Ich haben an diesem Wochenende ganz tief gelernt. Was ist Integrität? Wer bin ich? Was richtet mich aus? Weshalb brauche ich eine Mission im Leben? Was gibt mir Richtung und damit Sinn? Wie kann ich mich ganz spüren? Was treibt mich an? Für was gehe ich durchs Feuer? Die Lektüre und das Training der Meditation oder auch die Hypnose, die ich vorab gemacht habe, haben mich beruhigt. Sie haben mir geholfen anzukommen. Ganz bei mir anzukommen. Im innersten Kreis. Dort wo schon die Griechen gesagt haben: Erkenne dich selbst. Oder auch Humboldt - der Begründer der Hochschule in Europa. Auch er hat die Grundsätze der Aufklärung geprägt. Er wenn ich die existenziellen Fragen verstehe und für mich beantwortet habe. Sprich der Lebenssinn beantwortet ist, kann ich mich an so neudeutsche Konzepte wie Purpose wagen. Wenn ich mich nicht nach innen richte, kann es sonst sein, dass ich im Aussen etwas kompensiere. Das psychologische Konzept der Kompensation ist sehr perfide und mächtig. Ob nun Alkohol, Essen, Drogen, Wollust oder eine andere Tat, die mich oder jemand anderes im Aussen schädigt, bedient sich diesem Konzept des Kompensierens. Es ist deshalb egal welches noch so attraktive Angebot auf mich zukommt, habe ich die existenziellen Fragen nicht geklärt, werden mich meine Gefühle und damit emotionale Prägungen triggern und meistens im falschen Moment. Erkenne dich selbst. Ich manifestiere regelmässig meine Vision, Sinn, Haltung/Werte, Verhaltenssätze, Talente, Schatten, um mir meines Fundamentes klar zu werden. Auch verbinde ich Haltung/Werte mit Verhaltens- und Glaubenssätzen. Das “Neue-alte Ich” öffnet mein Herz und trägt mich. Es stellt sicher, dass ich im Alltag den Versuchungen widerstehen kann und meine Entwicklung nicht aus dem Auge verliere. Es geht mir dabei nicht um eine Spassbremse, im Gegenteil. Es geht darum, dass ich bewusst meine tiefe Zufriedenheit in mir selber finde. Dort kann sie weder eine Person noch ein Gegenstand, der mir geklaut oder kaputt gehen kann, wegnehmen. Ich kann in dieser existenziellen Sinnarbeit dort wo es mir gefällt, sprich in für mich sicheren Räumen mich “blöd” anstellen, weil ich gerade einen Wutanfall oder eine beschämende Situation bearbeite, die Trauer aus einem verdrängten Verlust oder ungelebtem Leben verarbeite. Das kann manchmal etwas durchgeknallt daher kommen. Mir ist aber lieber, dass dies in sicheren Räumen geschieht und nicht in Räumen, die mit Menschen gefüllt sind, die entweder von meiner Entwicklungsarbeit nichts wissen oder schlicht und einfach die eigene Vielfalt zur besseren Führung des eigenen Ego und damit Gier- und Machtverhalten nicht kennen. Tue ich das regelmässig, kann ich schrittweise gegenüber mir selber, meinen Liebsten und meinen Mitstreiter*innen integer auftreten und eine unternehmerische Mission gegen alle Unbeständigkeiten vertreten. Ein resilientes Machen von Innen etabliert sich in meinem Leben.