Bildquelle: Otto Scharmer, Senior Lecturer MIT
Bildquelle: Otto Scharmer, Senior Lecturer MIT

Im Teil 2 des Schönwetter- und Entwicklungskapitel meines Blogs nutzte ich bereits das Bild von Otto Scharmer, dass beide Seiten wunderbar zusammenbringt. Scharmer hat weltweit im Kontext der systemischen Betrachtung von Wirklichkeit und Organisationen resp. Gemeinschaft eine sehr starke Bewegung initiiert. Sein Förderer am MIT war Peter M. Senge, der die lernende Organisation über 30 Jahren erforscht hat, um die fünf Prinzipien auf dem Weg zur bedeutenden fünften Disziplin - das Systemische - hervorzubringen. Was hat das Bild von Star Wars mit der Realität zu tun? Können wir frei von Macht sein?

 

Nein, das geht nicht. Jede menschliche Gemeinschaft braucht Regeln. Wo solche vorhanden sind, braucht es Verständnis und Ordnungsmuster. Diese führen zu Rollen und damit zu Möglichkeiten Macht auszuüben. Macht ist nur dann schwierig, wenn die helle mit der dunklen Seite der Macht in Konflikt kommt. Viele Geschichten, so auch Star Wars, basieren auf dieser Spannung. Was ist Spannung? Habe ich mich befragt, als ich dies in einem ersten Projekt, das auf Selbstorganisation aufbaute, konkrete hörte. Als Mann der eher klassisch unterwegs war. Prägungen wie Militär, klassische Führungskultur und Leistungsprinzip haben mein hohes Mitgefühl verändert. So haben sich Sprache und Verhalten durch erlernte Muster nachhaltig verändert. Gleich erging es mir mit dem Wort Würde. Ich habe es erst nach einem vertieften Studium der Talks des Neurobiologen Gerald Hüther und der Rassismusgeschichte verstanden. Aber auch als mich die Spannungsfrage aufwühlte konnte ich nach einem monatelangen ja jahrelangen Befassen mit der Schattenseite verstehen, dass auch ich mich selber nicht würdevoll geführt habe. Ich durfte verstehen, dass ich Regeln und Ordnungen gehorchte, obwohl sie meinem Wesen gänzlich wiedersprachen. Auch eine Form von Macht. Eine Macht, die mich selber kaputt machte. Ich habe eine hohen Preis dafür bezahlt. Aus heutiger Sicht hätte dieser Preis nicht teurer sein können. Der gelebte Zynismus, der mein verschlossenes Herz zahlen musste, war kein Rappen wert. Im Gegenteil die Schmerzen, die ich über mich erdulden lassen musste, waren der Preis, um zu lernen, das keine Ordnung und keine Regeln die Würde des Herzens verletzen dürfen. Sonst ist das was neue Vorbilder in der Führung, wie der Unternehmer Bodo Janssen oder die Premierministerin von Neuseeland Jacinda Ardern vorzeigen, eine weit entfernte Realität oder eben eine, die mir unbekannt ist und demnach ablehne. So wie ich das lange gemacht habe. Erst wenn ich in der Lage bin jedem Menschen das Mitgefühl und die Toleranz aussprechen zu können, dass ich akzeptieren kann, dass mich wohl eine Minderheit - sagen wir 10% - austricksen oder bescheissen, kann ich mit dem inneren Machtkampf zwischen der hellen und dunklen Seite auskommen.